Eberhard-Karls-Universität Tübingen
Abteilung für Amerikanistik
Prof. Dr. Jan Stievermann
Wilhelmstr. 50
72074 Tübingen
Deutschland / Germany
Tel.: (+49) (0)7071-297-3297
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Die Gründung des „Jonathan Edwards Zentrum Deutschland" im Jahr 2009 ist das Ergebnis einer fruchtbaren Partnerschaft zwischen der Yale University, dem Jonathan Edwards Center in Yale und der Eberhard-Karls-Universität Tübingen, vertreten durch die Abteilung für Amerikanistik.
Durch diese Partnerschaft sollen bereits bestehende Bemühungen um eine exzellente Ausbildung gefördert werden, indem angehenden Akademikerinnen und Akademikern Quellen und Sekundärliteratur für Forschung, Lehre und Publikationen über Jonathan Edwards zur Verfügung gestellt werden. Das Jonathan Edwards Zentrum Deutschland in Tübingen versteht sich als Knotenpunkt eines deutschsprachigen online-Netzwerks zwischen Partnern in Forschung und Lehre.
Ziel des Jonathan Edwards Zentrums ist es, durch die Bereitstellung von wissenschaftlichen Hilfsmitteln das Forschungsinteresse an Leben, Werk und Wirkung Jonathan Edwards zu wecken. Dadurch soll eine kritische Würdigung der historischen Bedeutung und gegenwärtigen Relevanz des führenden Theologen Amerikas ermöglicht werden.
In erster Linie geschieht dies durch „Works of Jonathan Edwards Online", eine digitale Datenbank und Infrastruktur für Forschung, Lehre und Publikation, die alle Schriften Edwards sowie zusätzliches ediertes Material enthält. Dies ermöglicht einer breiten Leserschaft die umfassende Auseinandersetzung mit Edwards Denken.
In seinen vielfältigen Funktionen als Pfarrer und Leitfigur in der Erweckungsbewegung, als christlicher Philosoph, Missionar sowie College-Präsident gilt Jonathan Edwards (1703-1758) als der wichtigste Theologe Nordamerikas. Edwards ist Gegenstand intensiver wissenschaftlicher Auseinandersetzung, da sowohl er selbst als historische Persönlichkeit als auch sein wirkmächtiges Erbe für die religiöse und intellektuelle Landschaft Amerikas von größter Bedeutung sind. Seine Schriften werden in zunehmendem Maße von Pastoren und Kirchen weltweit rezipiert. Grund dafür sind die Leidenschaftlichkeit seines Denkens und der Scharfsinn, mit dem er religiöse Erfahrung beurteilt.
Über Jahrhunderte hinweg war die Leserschaft Edwards jedoch auf ungenaue und unzulängliche Versionen seiner Schriften angewiesen. Um dieser Situation abzuhelfen wird seit 1953 die kritische Ausgabe der Werke Edwards - The Works of Jonathan Edwards -von der Yale University herausgegeben.
Trotz der 26-bändigen Druckausgabe der Werke Edwards ist damit immer noch weniger als die Hälfte des Gesamtwerks verfügbar. Um das gesamte Korpus seiner Werke zur Verfügung zu stellen wurde darum „Works of Jonathan Edwards Online" (WJE Online) geschaffen - eine digitale Plattform, die die Erforschung von Edwards Denken vor allem mit Hilfe einer umfassenden Datenbank ermöglicht, die sowohl die von der Yale University Press veröffentlichte Reihe als auch mehrere tausend Seiten unveröffentlichter Computertranskripte umfasst. Letztere enthalten Predigten, Notizbücher, Essays, Briefe und autobiographische Schriften, über die der Jonathan Edwards Center in Yale verfügt. Diese Quellentexte werden durch Standardwerke der Sekundärliteratur und Zeittafeln sowie durch weitere Quellen wie Tonträger, Videos und diverse Anschauungsmaterialien ergänzt.
Für keine andere religiöse Figur Amerikas gibt es vergleichbare digitale Hilfsmittel.